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Unsere kleine handliche Reisekamera – Canon EOS M3

Nein, hier gibt es jetzt kein endloses Sinnieren über das Verhalten einzelner Pixel bei Vollmond. Hier geht es nicht um die Modulationsübertragungsfunktion oder der Nyquist-Frequenz. Nein wirklich nicht. Selbst als gelernter und altgedienter Werbefotograf finde ich diese Diskussionen oft etwas seltsam und eher von akademischer Natur. Mag es Menschen geben, die auch nur den Ansatz chromatischer Aberration erkennen, ich seh das meist nicht. OK, ich bin auch etwas gröber geschnitzt. Ich schmecke auch keinen Unterschied zwischen heimischen Steinsalz und Salz aus dem Himalaya Gebirge, welches der Jedi höchstpersönlich ins Tal geschleppt hat. Ich bin ein grob gehauener Realist. Hier geht es nur um eine einfache und höchst subjektive Einschätzung einer kleinen Kamera, die ich für unsere Reisen angeschafft habe, weil ich es mittlerweile gar nicht mehr mag, bleischwere Profikamera mit mir rumzuschleppen. Und ja, natürlich stößt man mit einer handlichen Kamera, die in die Hosentasche passt, gelegentlich an optische Grenzen – logisch – aber dafür komme ICH jetzt wesentlich später an MEINE Grenzen. Es nützt mir nichts, wenn ich gar nicht zum Fotografieren komme, weil mir vorab schon der Arm abgefallen ist.

Wie findet man die (seine) richtige Kamera?
Erst einmal sollten die Rahmendaten grob abgesteckt werden. In diesem Fall eine Auflösung von min. 24 MP, neben JPEG sollen auch RAW-Dateien erzeugt werden, eine Full-HD Videofunktion wäre nicht schlecht, wie die Möglichkeit Objektive zu wechseln und einen richtigen Sucher zu verwenden und ganz wichtig, sie muss klein, handlich und intuitiv (narrensicher) zu bedienen sein. Narrensicher nicht, weil ich halb debil bin, sondern weil es einen entscheidenden Unterschied macht, ob ich die Kamera mithilfe der Bedienungsanleitung auf dem heimischen Sofa teste, oder in der Realität schnell die richtige Einstellung finden muss. Die meisten Aufnahme-Situationen warten nicht, bis man sich mit der Kamera auf die passende Einstellung geeinigt hat.

Nach dieser groben Sortierung blieb nur noch eine Hand voll möglicher Kameras übrig. Leider eine große Hand. Also weiter aussortieren. Welche Firma finde ich persönlich inakzeptabel? Samsung, ganz einfach. Samsung ist eine Rüstungsfirma. Eine Firma, die Haubitzen und so einen Dreck herstellt, verkauft mir keine Kamera. Da bin ich eigen. Sollte ich irgendwann eine Haubitze benötigen, rufe ich bei Samsung an.
Ach ja, eine Sache, die Schnittmenge drastisch zu verringern habe ich glatt vergessen: den Preis. Danach wird es meist schnell übersichtlich.
Die Entscheidung fiel am Ende auf die Canon EOS M3 mit zwei Objektiven (Canon M 18-55 mm und Canon EF-M 22mm), den externen Aufstecksucher und einen Objektiv-Adapter für unsere EF-Objektive.
Im Prinzip kann die kleine Canon EOS M3 vieles, was eine große Spiegelreflexkamera kann, sie ist nur handlicher.

Canon_EOS_M3
Canon_EOS_M3

Jetzt ein paar Details, die mir wichtig waren:
(wer die kompletten technischen Daten lesen möchte, der findet hier auf der Seite von Canon)
Auflösung: rund 24 MP – für die meisten Fälle ausreichend
Sensorgröße: CMOS-Sensor (22,3 x 14,9 mm) – Vollformat wäre mir lieber, ist aber eine andere Preisklasse
Objektivanschluss: EF-M – meine EF und EF-S Objektive kann ich über den EF-EOS M Adapter anschließen. Die Brennweite verlängert sich dadurch natürlich.
Formate: in Prinzip die ganze Palette, inkl. das für mich unverzichtbare RAW-Format
Mess- und Belichtungsmethoden: von Automatik, über Zeit- und Blendenautomatik bis manuell. Die freie Auswahl.
Scharfstellung: ebenfalls die komplette Palette und es ist eine manuelle Scharfstellung möglich.
Sucher: optional erhältlicher elektronischer Sucher EVF-DC1, der auf den Blitzschuh gesteckt wird und leider viel Strom frisst.

Die Canon EOS M3 im realen Betrieb:
Die kleine Canon ersetzte während unserer Reisen peu à peu unsere Spiegelreflexkamera Canon 5D. Für die meisten Sachen war sie vollkommen ausreichend und sie war (dank der Größe) immer dabei. Die einzelnen Mess- und Belichtungsmethoden und sonstige Einstellungen kann man erstaunlich schnell auswählen, da dies größtenteils über handliche Drehräder passiert. Die restlichen Einstellungen findet man zuverlässig in den Menüs, die logisch aufgebaut und intuitiv zu bedienen sind.
Durch den in viele Richtungen drehbaren Touchscreen behält man selbst in ungünstigen Situationen den Überblick. Das Gehäuse ist solide und hochwertig – nichts fühlt sich billig oder wackelig an. Die Bildqualität ist überragend.

Was mir nicht gefällt:
Für eine Kamera in dieser Größe sollten natürlich auch die passenden Hände benutzt werden. Ich habe zwar nicht die Pranken eines kanadischen Holzfällers, zierlich, schmal und elfengleich sind sie aber auch nicht. Ab und an schaffe ich es, mit meinem Handballen die Menüs auf der Rückseite zu „bedienen“. Etwas lästig.
Das andere, weit größere Ärgernis sind die Akkus. Die EOS benötigt viel Strom. Ein Ersatzakku ist für einen durchschnittlichen Tag viel zu wenig. Es werden mehr benötigt und die Originalakkus von Canon sind unverschämt teuer. Es gibt zwar No-Name-Akkus für die EOS, jedoch werden diese Fremdteile durch den fehlenden Chip im Akku von der Kamera sofort als Feind erkannt und mit eindeutigen Sicherheitshinweisen, die deutlich machen, dass die Verwendung von Fremdakkus die Garantieleistungen gegen Null fahren, mokiert. Ich habe mich nicht getraut, diese “bösen” Akkus zu benutzen. Ich bin ein Feigling.
Der Aufstecksucher ist eine nette Ergänzung, jedoch saugt er den Akku so schnell leer, dass man fast schon Schlürfgeräusche zu hören glaubt.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein guter Kauf war. Ein paar Sachen stören, aber das ist normal und höchst individuell. Jeder Mensch fotografiert anders und hat seine Präferenzen. Mir gefällt sie.

Ergänzung: Mittlerweile habe ich mich getraut und “Fremdakkus” gekauft und bin angenehm überrascht. Bei der Akkuleistung stelle ich keinerlei Unterschiede fest. Der einzige Nachteil ist, dass man den Warnhinweis ignorieren muss. Der Preisvorteil ist jedoch erstaunlich.

Weiterer Blogbeitrag: Warum unsere Kameraausrüstung immer kleiner wird.

Bild: Canon Deutschland

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